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Acht alltagstaugliche TCM-Tipps für besseren Schlaf

Aktualisiert: 8. Okt. 2025


Sternenhimmel bei Nacht

In der chinesischen Medizin ist Schlaf kein bloßes Ruhen – er ist Teil des ewigen Kreislaufs von Wandlung und Erneuerung. In der Nacht zieht sich das Yang in die Tiefe zurück, das Yin breitet sich aus, und Körper wie Geist finden in dieser Stille ihre Ordnung wieder. Damit diese Rückkehr in den inneren Fluss gelingt, braucht es Achtsamkeit und kleine Rituale, die uns mit der Natur und unserem eigenen Rhythmus verbinden.

1. Ein regelmäßiger Schlafrhythmus

Gehe jeden Tag zur gleichen Zeit zu Bett und stehe zur gleichen Zeit auf.Der Mensch ist ein Mikrokosmos im Makrokosmos – in uns wirken dieselben Rhythmen, die Sonne und Mond, Tag und Nacht lenken. Wenn wir diesen natürlichen Takt ehren, stabilisieren sich Yin und Yang, und das Herz – der Sitz des Geistes Shen – findet Ruhe. Regelmäßigkeit schenkt dem Körper Sicherheit, der Seele Frieden und dem Geist Klarheit.

2. Leichtes Abendessen – Nahrung für die Nacht

Iss spätestens um 19 Uhr und wähle leichte, warme Speisen.Die Milz ist in der TCM der Ursprung der Nachbildung von Qi – unserer Lebensenergie. Wird sie abends mit schwerer Kost belastet, bleibt das Qi in der Verdauung gefangen, anstatt sich in die Ruhe zu senken. Ein sanftes Abendessen lässt die Energie frei fließen und öffnet den Weg für erholsamen Schlaf.

3. Warme Füße – das Tor zur Quelle der Lebensenergie

Ein warmes Fußbad mit Lavendel, Salz oder Ingwer wirkt wie eine Rückkehr zu dir selbst.Über die Füße – den Beginn des Nierenmeridians, den Punkt Yongquan, die „sprudelnde Quelle“ – kann Wärme tief ins Innere sinken. Sie stärkt das Nieren-Yang, beruhigt das Nervensystem und leitet das überaktive Yang des Tages in die Tiefe zurück.So entsteht ein Gefühl von Erdung und Geborgenheit – der Körper darf loslassen, und der Geist findet Ruhe.

4. Stille anstatt Bildschirmlicht

Mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen sollte das Licht der Geräte erlöschen.Das künstliche Licht nährt das Yang und hält den Geist in Aktivität. In der TCM entspricht das grelle Blau des Bildschirms dem Element Feuer – doch am Abend braucht die Welt Wasser, Dunkelheit und Tiefe. Ein Buch, ein Tagebuch, eine leise Melodie – all das hilft, das innere Feuer zu besänftigen.


5. Stress loslassen – die Leber befreien

Wut, Druck und Frust stauen das Leber-Qi – und wenn das Qi stockt, kann auch der Geist nicht ruhen.Ein Spaziergang in der Natur, sanftes Qi Gong oder stille Meditation lassen den Wind aus dem Inneren weichen. Die Leber, Hüterin des freien Flusses, entspannt sich – und mit ihr das ganze Wesen.


6. Abendliche Rituale – die Kunst des Übergangs

Der Übergang vom Tag zur Nacht ist ein heiliger Moment.Atemübungen, leichtes Dehnen oder das Entzünden einer Kerze wirken wie eine Geste der Hingabe: Das Tun darf enden, das Sein darf beginnen. Diese Rituale sind Brücken, auf denen der Geist sanft in den Schlaf hinübergleitet.


7. Den Geist beruhigen – Shen zur Ruhe führen

In der Nacht soll der Shen – unser Bewusstseinsgeist – in das Herz zurückkehren.Doch Grübeln, Sorgen und endlose Gedanken halten ihn gefangen. Schreib deine Gedanken auf, bevor du zu Bett gehst – übertrage sie vom Kopf auf das Papier. Es ist, als würde man dem Geist einen Platz anbieten, an dem er ablegen darf. So entsteht Raum für Stille.


8. Die Schlafumgebung als Tempel der Ruhe

Das Schlafzimmer sollte ein Ort der Klarheit und Geborgenheit sein.Frische Luft, Dunkelheit und Ordnung nähren das Yin. Elektrosmog, grelles Licht und Unruhe stören die nächtliche Regeneration. Gestalte deinen Raum so, dass er dich trägt – wie die Erde den Samen in der Nacht trägt, bis er in der Morgensonne neu erblüht.


TCM-Tipps für besseren Schlaf


 
 
 

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